Heizanlagenberatung

Betriebskosten von Heizungen und Umweltverträglichkeit

Die Qual der Wahl beim Heizungstausch

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Ergeb­nis für nier­digs­te Betriebs­kos­ten für Häu­der bis Bau­jahr ca. 2000: Wär­me­pum­pe-Pel­let-Hybrid Heizung 

Stand: 26.04.2022

Heizlast

Um die Betriebs­kos­ten so gering wie mög­lich zu hal­ten soll­ten Heiz­an­la­gen stets pas­send für das Haus und nicht zu groß aus­ge­legt wer­den. Daher ist es sinn­voll zunächst die Gebäu­de-Heiz­last nach DIN EN 12831 zu berech­nen. Die Anga­be auf dem alten Heiz­kes­sel ist in der Regel viel zu groß. Einer­seits wur­den damals Häu­ser sel­ten ener­ge­tisch berech­net. Ander­seits wur­den Bestand­häu­ser meist irgend­wann irgend­wie ener­ge­tisch ver­än­dert. Sei es der Ein­satz neu­er Fens­ter oder der Aus­bau des Dachs zur Dach­woh­nung usw. Zusät­lich zur Heiz­last soll­te die not­wen­di­ge Leis­tung für die Warm­was­ser­er­zeu­gung errech­net wer­den, sowie die Leis­tung durch Lei­tungs­ver­lus­te. Wer weiß, ob sich jemand z.B. eine Ener­gie auf­wen­di­ge Regen­du­sche ein­ge­baut hat und dess­we­gen das warem Was­ser immer schnell leer ist. Die Sum­me aller Leis­tun­gen bestimmt den keinst mög­li­chen Wär­me­er­zeu­ger. Die­ser ist ide­al, da zu gro­ßer Wär­me­er­zeu­ger in den Über­gangs­zei­ten zwi­schen Sep­tem­ber und Dezem­ber sowie März bis Mai, zum „Tak­ten“ kom­men, weil sie zu stark sind. Häu­fi­ges Ein- und Aus­schal­ten führt zu schlech­ten Ver­bren­nun­gen und Ver­schleiß. Das treib die War­tungs- und Betriebs­kos­ten nach oben.

Hybridheizungen

Hybrid­hei­zun­gen bestehen aus 2 Wär­me­er­zeu­gern. Einer Wär­me­pum­pe und irgend ein Feue­rungs­ge­rät. Das kann eine Gas-Brenn­wert­ther­me sein oder, bes­ser, eine mode­re Pel­let­hei­zung. Bei Hybrid­hei­zun­gen rich­tet sich die Leis­tung der Wär­me­pum­pe nach der not­wen­di­gen Heiz­last. För­der­fä­hig sind Anla­gen deren Wär­me­pum­pen min­des­tens ¼ der Heiz­last bei Nor­mau­ßen­tem­pe­ra­tur (-9,5 °C für Kon­stanz) lie­fern. In der Wei­se arbei­ten Wär­me­pum­pen bis Außen­tem­pe­ra­tu­ren von 2 – 4 °C. Wird es käl­ter, dann schal­tet das Feue­rungs­ge­rät zu und leis­tet die Rest­wär­me. Da bei Außen­tem­pe­ra­tu­ren um 2 — 4 °C die Heiz­kör­per in Gebäu­den nur lau­warm wer­den müs­sen, eig­nen sich Wär­me­pum­pen auch in unge­dämm­ten Häu­sern ohne Fuß­bo­den­hei­zung. Sogar bei Ein­rohr-Heiz­sys­te­men kön­nen Hybrid-Anla­gen zum Ein­satz kom­men. Die Wär­me­pum­pen fül­len einen Puf­fer­spei­cher mit Wär­me. Fehlt Wär­me, dann schal­tet das Brenn­wert­ge­rät zu. Daher:

Wär­me­pum­pen in Hybrid­an­la­gen lie­fern 70 – 80 % des Heiz­wär­me­be­darfs.

und redu­zie­ren z.B. den Pel­let­be­darf um bis zu 80 %.
Die Effek­ti­vi­tät von Wär­me­pum­pen bemisst sich in der Jah­res­ar­beits­zahl Jaz. Eine Wär­me­pum­pe mit Jaz = 3,5 erzeugt durch­schnitt­lich mit einer kWh Strom 3,5 kWh Wär­me. Wär­me­pum­pen mit hohen Jaz-Zah­len ver­brau­chen also weni­ger Strom zum hei­zen. Die Betriebs­kos­ten sinken.

Fol­gen­de Jaz-Zah­len wer­den theo­re­tisch erreicht:

Luft-/Was­ser Wärmepumpe bis 4,2
Sole-/Was­ser Wär­me­pum­pe (Tie­fen­boh­rung) bis 5,2
Was­ser-/Was­ser Wär­me­pum­pe (Brun­nen­was­ser) bis 5,5

Lei­der sind Wär­me­pum­pen nicht gleich Wär­me­pum­pen. Je nach Her­stel­ler, Mar­ke, Typ und Leis­tung sind Wär­me­pum­pen unter­schied­lich. Daher loht sich der Ver­gleich von Wär­me­pum­pen mit­tels dem Jaz-Rechner.

Link zum offi­zi­el­len Jaz-Rech­ner

Die Leis­tun­gen von Wär­me­pu­men kön­nen auf der BAFA-Lis­te für för­der­fä­hi­ge Wär­me­pum­pen nach­ge­schla­gen werden.

Link zur BAFA-Lis­te “Wär­me­pum­pen mit Prüf- / Effizienznachweis”

Link zur BAFA-Lis­te der för­der­fä­hi­gen Pel­let­kes­sel mit Anga­be vom Wirkungsgrad

Um bei außen ste­hen­den Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pen kei­nen Ärger mit den Nach­barn zu bekom­men, (oder mit sich selbst), ist es rat­sam die Lärm­emi­sio­nen zu überprüfen.

Link zum offi­zi­el­len Luft-WP-Schall-Rechner

Tech­nisch errei­chen Wär­me­pum­pen mit gerin­ger Heiz­lei­tung höhe­re Jaz-Zah­len als Wär­me­pum­pen mit hohen Heiz­leis­tun­gen. D.h., bei Hybrid­hei­zun­gen ist manch­mal weni­ger = mehr! Auch berech­nen sich die Kos­ten für Tie­fen­boh­run­gen aus der Wär­me­pum­pen-Heiz­leis­tung. Zur Zeit lie­gen die Kos­ten von Tie­fen­boh­run­gen bei ca. 1.750 €/kW max. Wär­me­pum­pen-Leis­tung. Aus die­sem Grund ist es wich­tig, die Heiz­last mög­lichst genau zu berech­nen. Je klei­ner die Heiz­last, des­to kei­ner die Wäm­re­pum­pe und damit die Bohr­kos­ten. Die übli­chen Heiz­last­be­rech­nun­gen aus dem Brenn­stoff-Ver­brauch der letz­ten Jah­re lie­fert in der Regel höhe­re Wer­te, da hier die Erzeu­gung des war­men Was­sers sowei alle Ver­lus­te der alten Anla­ge ent­hal­ten sind.

Hydraulischer Abgleich

Je nied­ri­ger die Vor- und Rück­lauf­tem­pe­ra­tu­ren der Heiz­kör­per sind, des­to effek­ti­ver arbei­ten moder­ne Heizungen.

Aus die­sem Grund soll­te bei einem Hei­zungs­tausch der hydrau­li­sche Abgleich nach dem Ver­fah­ren B durch­ge­führt wer­den. Ent­ge­gen dem Ver­fah­ren A wer­den beim Ver­fah­ren B die Ven­til­vor­ein­stell­wer­te Com­pu­ter gestützt raum­wei­se, idea­ler­wei­se in 3D berech­net. Das Sys­tem erkennt die schwächs­te Heiz­flä­che im Haus und berech­net für die­se die mini­ma­le Vor­lauf­tem­pe­ra­tur. Die­se wird am Wär­me­er­zeu­ger ein­ge­stellt. Anschlie­ßend wer­den auf die­ser Basis alle wei­te­ren Ven­til­vor­ein­stel­lun­gen der rest­li­schen Heiz­kör­per im Haus berech­net, sowie der ein­zu­stel­len­de Umwälzpumpendruck.

Betriebskosten

Für einen Betriebs­kos­ten­ver­gleich unter­schied­li­cher Heiz­an­la­gen wird ein soli­des Mehr­fa­mi­li­en­haus in Dettin­gen, Bau­jahr 1990, her­an­ge­zo­gen. Die Wohn­flä­che beträgt 967 m². Die alte Hei­zung aus dem Jahr 1990 ist ein noch voll funk­ti­ons­fä­hi­ger Öl-Nie­der­tem­pe­ra­tur­kes­sel. Typi­scher­wei­se ist die Anla­ge nicht hydrau­lisch abge­gli­chen. Die Gebäu­de­heiz­last berech­net sich incl. der Warm­was­ser­er­wär­mung mit P = 47 kW.

Für den Hei­zungs­tausch ste­hen z.B. die fol­gen­den Sys­te­me zur Verfügung:

Var.1 Gas-Brenn­wert — Das erneu­er­ba­re Ener­gien Gesetzt EWär­meG wird zur Nut­zung von BioGas10 + die Erstel­lung eines Sanie­rungs­fahr­plans iSFP erfüllt.
Var.2 Gas-Brenn­wert + ther­mi­sche Solar­an­la­ge Ac = 39 m². Zusätz­lich for­dert das EWär­meG den Besitz eines iSFPs
Var.3 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe (12 kW) — Gas-Brenn­wert Hybird­hei­zung (50 kW)
Var.4 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe — Gas-Brenn­wert Hybird­hei­zung mit 10 kWp Fotovoltaik
Var.5 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe (12 kW) — Pel­let-Brenn­wert Hybird­hei­zung (48 kW)
Var.6 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe — Pel­let-Brenn­wert Hybird­hei­zung mit 10 kWp Fotovoltaik
Var.7 Pel­let-Brenn­wert

Die Betriebs­kos­ten wur­den mit Hil­fe der DIN 4108−6÷4701−10 ermit­telt. Die Abwei­chung des tat­säch­li­chen Ver­brauchs des Gebäu­des zum berech­ne­ten betra­gen 10 %. Bei den Sanie­rungs­va­ri­an­ten wur­de stets die Durch­füh­rung des hydrau­li­schen Abgleichs berücksichtig.
Auf­grund der momen­tan etwas schwie­ri­gen Ener­gie­preis Markt­la­ge wer­den 2 Sze­na­ri­en gegenübergestellt:

  1. Brenn­stoff­prei­sen der Stadt­wer­ke Kon­stanz für Bestandskunden:
    Kos­ten Grund­ge­büh­ren
    Gas 6,766 ct/kWh 155,97 €
    BioGas10 7,599 ct/kWh 165 €
    Strom 27,58 ct/kWh 155,97 €
  2. Brenn­stoff­prei­sen der Stadt­wer­ke Kon­stanz für Neukunden
    Kos­ten Grund­ge­büh­ren
    Gas 12,73 ct/kWh 156 €
    BioGas10* 15,82 ct/kWh 118,81 €
    Strom 42,78 ct/kWh 120,48 €

    * = güns­tigs­ter Internetpreis

Die momen­ta­nen Heiz­öl- und Holz­pel­let Prei­se stam­men aus Ver­gleichs­por­ta­le im Internet:
Heiz­öl = 1,30 €/Liter; Holz­pel­lets = 370 €/Tonne

Unterschiedliche Heizanlagen unterschiedliche Kosten

Heiz­an­la­gen Betriebskostenvergleich

 

Umweltschaden

Var.1 Gas-Brenn­wert mit Biogas10
Var.2 Gas-Brenn­wert + ther­mi­sche Solar­an­la­ge Ac = 39 m² (0,04 x Wohnfläche)
Var.3 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe — Gas-Brenn­wert Hybirdheizung
Var.4 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe — Gas-Brenn­wert Hybird­hei­zung mit 10 kWp Fotovoltaik
Var.5 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe — Pel­let-Brenn­wert Hybirdheizung
Var.6 Luft-/Was­ser Wär­me­pum­pe — Pel­let-Brenn­wert Hybird­hei­zung mit 10 kWp Fotovoltaik
Var.7 Pel­let-Brenn­wert

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Ressourcenverbrauch